Die
Tage des Lutherbades und des Allwetterbades sind gezählt: Beide
Schwimmhallen werden bis spätestens zum Sommer 2008 geschlossen.
Der drastische Sparkurs bekommt damit seine ersten, für alle
Bürger spürbaren Auswirkungen.
Von Thomas König
Mit großer Mehrheit stimmte der Rat der Stadt Waltrop gestern Abend diesem Einschnitt bei den Bädern und dem mit der Bezirksregierung ausgehandelten Vorschlag zu. Der Hallenbereich des Allwetterbades wird schon zum 1. Juni 2007 dicht gemacht, das Lutherbad spätestens zum 31. Juli 2008. Fallen dort Reparaturen für über 30000 Euro an, auch eher. Die Stadt soll beide Grundstücke verkaufen. Es bleibt nur das Freibad. Für das Schul- und Vereinsschwimmen muss zunächst in benachbarten Bädern Platz gefunden werden. Der Hoffnungsschimmer: Bis zum 1. August 2007 kann die Stadt versuchen, eine finanzierbare Lösung für ein kleines Hallenbad über dem Sportbecken des Freibades zu finden - allerdings ohne neue Kredite. Das letzte Wort zu einem möglichen Neubau hat die Bezirksregierung, die Entgegenkommen signalisierte.
Über 50 Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Ratssitzung teil, sie forderten eine Schwimmhalle für Waltrop. "Uns, vor allem den Kindern, ist es sehr wichtig, dass das Schulschwimmen hier weiter stattfinden kann", sagte Claudia van Oeffelen von der Interessengemeinschaft Bäder. Sie betonte die Bereitschaft der Vereine, an einer Lösung - dem "Deckel auf dem Freibad" - mitzuwirken. Einen "moralischen Appell" richtete sie an Dr. Volker Rabeneck von der Bezirksregierung: "Ich gehe davon aus, dass sie uns nicht an der Nase herum führen. Wir brauchen ein vernünftiges Bad!"
Einen "schlechten Handel" befürchtete lediglich Ratsherr Dr. Lars Holtkamp (BüW): "Mit diesem Beschluss schlagen wir zwei Türen zu und bekommen eine nur ein wenig geöffnet." Absprachen mit der Verwaltung seien nur dann etwas Wert, wenn sie schriftlich festgehalten würden, misstraute er Signalen aus Münster. "Dort hat man ja auch kein Vertrauen in uns." Er plädierte dafür, auf eine verbindliche Schließung des Allwetterbades zunächst zu verzichten. Damit gäbe man nicht alles aus der Hand, sollte das Konzept für ein kleines Bad nicht genehmigt werden.
Norbert Hiedl (GLW) - "Wir sind hier nicht auf dem Pferdemarkt!" - rief zu gegenseitigem Vertrauen auf. Er regte an, die IG Bäderlandschaft beim Schwimmhallenkonzept eng einzubinden.
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